Mit dem Einrichtungshaus XXS hat der erste Willicher Händler die Chance genutzt, seinen Kunden freies und offenes WLAN ohne Anmeldung oder Registrierung anzubieten. Inhaber Werner Zenz: „Einen Business-DSL-Anschluss habe ich ohnehin. Warum sollten nicht auch meine Kunden davon profitieren, wenn das so einfach umzusetzen ist wie mit Freifunk?“ Dass das Angebot gerne angenommen wird, war bereits in den ersten Stunden nach der Freischaltung zu sehen. Unter map.freifunk-niersufer.de kann man für jeden einzelnen Willicher Freifunkknoten die aktuelle Nutzerstatistik nachvollziehen – so auch für den im Einrichtungshaus XXS an der Kreuzung Krefelder Str./Düsseldorfer Str./Parkstr. Was man auf der Karte übrigens ebenfalls gut sehen kann: In der Nachbarstadt Viersen ist das Netz schon wesentlich dichter. Da hat sich die Zahl der Freifunkknoten in den letzten Tagen und Wochen vervielfacht. Anbieter sind z. B. Gastronomen, Friseure, Händler und Handwerksbetriebe.
„In Viersen haben schon wesentlich mehr Geschäftsleute erkannt, wie einfach sie mit Freifunk die Attraktivität ihres Angebots steigern und die Verweildauer der Kunden erhöhen können,“ so Christian Lange von der Willicher Freifunk-Initiative. „Das müsste eigentlich auch im Interesse aller Willicher Geschäftsleute liegen,“ ergänzt sein Mitstreiter Klaus-Olaf Platz. Jeder eingerichtete Knoten erscheint in der Karte im Netz, und mit dem Freifunk-Logo im Fenster werden potentielle Nutzer auf das Angebot hingewiesen. Die Freifunker sind nach wie vor gerne bereit, jedem Interessierten bei der Beschaffung der nötigen Hardware (für den Einstieg reicht eine einmalige Investition von rund 25 Euro) und der Konfiguration zu helfen. „Wenn ein DSL-Anschluss vorhanden ist, muss man nur einen zusätzlichen Router einstöpseln, der mit der Freifunk-Software bespielt ist. Beim Bespielen helfen wir gerne, das Einstöpseln kann jeder Laie,“ erklären Lange und Platz.
Mittlerweile muss sich auch niemand mehr Sorgen machen, für eine missbräuchliche Nutzung seines Freifunk-Angebots haftbar gemacht zu werden. Als einzelner Knoten-Anbieter wäre er ohnehin technisch nicht identifizierbar, und der Freifunk Rheinland e. V., über dessen Netz der Datenverkehr läuft, ist offiziell von der Haftung freigestellt. Deshalb unterstützen – wie die Städte Willich und Viersen – auch immer mehr öffentliche Stellen die Freifunk-Initiative. Die Zahl der Internetanschlüsse, die die Verwaltung an attraktiven Standorten unterhält, ist allerdings begrenzt. Damit das Netz dichter wird, kommt es deshalb darauf an, dass möglichst viele Privat- und Geschäftsleute mitmachen.